Etwa jeder vierte Erwachsene ist von Schlaflosigkeit betroffen. Das ist eine enorme Zahl, wenn man bedenkt, dass schlechter Schlaf zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führt.
Schlaf ist wichtig für die Gesundheit, die Psyche und das Wohlbefinden. Wer ausgeschlafen ist, kann Stress, Schwierigkeiten und Belastungen besser bewältigen. Im Allgemeinen kann man sich besser konzentrieren, wenn man ausgeschlafen ist. Also schaue ich mir an, warum die Schlaflosigkeit da ist. Was will sie mir sagen?
Die Schlaflosigkeit
Schlaflosigkeit ist ein Zustand, in dem es schwierig ist, einzuschlafen, durchzuschlafen oder einen erholsamen Schlaf zu finden.
Insomniker (so werden Menschen mit Schlaflosigkeit genannt) wachen beispielsweise sehr früh morgens oder mitten in der Nacht auf und können nicht wieder einschlafen.
Es ist auch sehr traurig. Denn die Insomniker suchen eigentlich immer den VIP-Zugang zum Traumland, aber die Schlafparty will bei ihnen einfach nicht beginnen.
Der Ursprung
Die nervöse Schlaflosigkeit ist ein symbolischer Versuch, der Wehrlosigkeit (auch des Schlafes) zu entrinnen und auf Sicherungen gegen ein Unterliegen zu sinnen.
Alfred Adler (Der nervöse Charakter 1912)
Nach Adlers Auffassung erfüllen Träume die wichtige Funktion des Vorausdenkens und haben dabei ein natürliches Verlangen nach Sicherheit. Sie schöpfen aus den Erfahrungen und Erlebnissen, auch aus den Tiefpunkten des Lebens.
Schlaflosigkeit, so Adler, entsteht als Antwort darauf, sich nicht bereit zu erklären, sich der Sicherheit, die Träume bieten, hinzugeben. Er verknüpft dies mit dem Gefühl der Minderwertigkeit, das im männlichen Protest seinen Ausdruck findet.
Der männliche Protest ist eine Reaktion auf Unterdrückung, bei der eine Gegenbewegung eingeleitet wird, um der Unterdrückung etwas entgegenzusetzen – oft mit dem Ziel, sich zu profilieren. Es versteht sich von selbst, dass männlicher Protest bei Menschen jeden Geschlechts auftreten kann 😄.
Wenn die Schlaflosigkeit zu Wort kommt…
Jetzt lasse ich die Schlaflosigkeit selbst zu Wort kommen. Da sie sowieso nichts anderes tut, als auf meinem Sofa herumzuhängen, kann sie sich sicher auch mit mir unterhalten…
Schlaflosigkeit: Das habe ich gehört…
Ich: Ähm? Das habe ich aber nicht laut gesagt?
Schlaflosigkeit: Es gehört zu meinem Job, deinen Kopf mit allen möglichen Ideen und erfundenen fiktiven Situationen zu füllen. Mit mir zu reden war auch so eine geniale Idee von mir.
Ich: Du wolltest also mit mir reden?
Schlaflosigkeit: Ich wollte, dass du mit mir reden wolltest 😎.
Ich (verwirrt): Und warum wolltest du, dass ich wollte, dass ich mit dir rede?
Schlaflosigkeit (lacht): Damit du nicht einschläfst, Chef. Ich hab dir doch gesagt, dass diese Gedankenspiele mein Job sind.
Ich: Du bist auch gut darin. Und warum willst du nicht, dass ich einschlafe?
Schlaflosigkeit: Weil du Angst hast, dich fallenzulassen. Ich habe dir doch gesagt, dass ich nur meinen Job mache, Chef.
Ich: Wie kommst du darauf, dass ich Angst habe?
Schlaflosigkeit: Fühlst du dich nicht unsicher und möchtest alles in deinem Leben kontrollieren?
Ich: Irgendwie schon…
Schlaflosigkeit: Angenommen, du schläfst ein, schläfst dann nicht auch dein Verstand ein? Du bist verwundbar, weil dann das Unbewusste aufwacht.
Ich: Will mich das Unbewusste verletzen?
Schlaflosigkeit: Das Unbewusste ist ein alter Freund von mir, wir sehen uns leider nicht so oft. Aber er hat es auch nicht einfach, der Gute. Du rennst vor ihm weg. Wahrscheinlich aus Angst und Schuld.
Ich: Bist du nun auch Hobby-Psychologe?
Schlaflosigkeit: Irgendwie muss ich dich ja jede Nacht beschäftigen (lacht laut). Du spürst doch selbst, dass ich nicht richtig bin. Doch ich bin hier, um mein Werk zu vollbringen und dich zu schützen.
Ich: Wovor beschützt du mich?
Schlaflosigkeit: Spürst du die Gefahr nicht? Mit mir bist du immer auf der Hut, du spürst es genau, jemand in deiner Umgebung will dir etwas Böses.
Ich: (leise) Wer?
Schlaflosigkeit: Ich weiß es nicht. Aber danke für den Input, das ist Stoff für die nächsten 3 Nächte. Damit halte ich dich locker wach.
Ich: Wie? Hast du dafür Strategien? Wie hältst du mich wach?
Schlaflosigkeit: Klar, die Klassiker: „Hätte ich doch nur dies und das getan…“ oder dein Favorit: „Was wird passieren, wenn…?„
Ich: Du kennst mich wirklich gut, das ist echt gruselig. Sag mal, manchmal bist du da und manchmal bist du einfach weg. Warum?
Schlaflosigkeit: Du gibst mir manchmal frei. Aber bei dir habe ich eigentlich immer Bereitschaft.
Ich: Warum?
Schlaflosigkeit: Wenn dein Ego oder dein Überleben bedroht ist, das ist das Gefühl, das du aus deiner Kindheit kennst, dann komme ich.
Ich: Nur dann?
Schlaflosigkeit: Naja oder du platzt vor Nervosität, du hast Schwierigkeiten deinen Platz zu finden oder eine neue Entscheidung zu treffen, dann muss ich meistens auch Nachtschichten machen.
Ich: (resigniert) Aber das sind dann alle Gründe, oder?
Schlaflosigkeit: Also Chef, es gibt mehrere Fälle, wo ich einspringen muss. Die sind bei dir noch nicht vorgekommen, aber Gründe wären: Du fühlst dich einsam und abgeschnitten von deiner Außenwelt. Oder du bist mit inneren Sorgen beschäftigt und verdrängst sie so sehr, dass nicht einmal die anderen etwas davon mitbekommen…
Ich: Ähm… Also im Verdrängen bin ich schon sehr gut.
Schlaflosigkeit: (schaut auf seine Tafel) Ja, ein Fehler von mir. Ach… Das waren lange, ununterbrochene Gespräche mit dir, um dem Schlaf auszuweichen. Das waren noch Zeiten…
Ich: Ich erinnere mich…
Schlaflosigkeit: Du und ich, gegen den Rest der Welt. Wir bleiben für immer zusammen.
Ich: So war das nicht gemeint Schlaflosigkeit. Ich brauche ein gesundes Leben! Mit dir ist meine Belastungsgrenze fast nicht vorhanden. Und sich in unbewussten Schuldgefühlen zu suhlen, ist auch nicht mehr so „en vogue“.
Schlaflosigkeit: Du machst also Schluss mit mir?
Ich: So sieht es aus. Es liegt nicht an dir, sondern an mir. Diese Beziehung ist einfach toxisch für mich.
Schlaflosigkeit: Du rennst in den Schlaf. Das ist Zeitverschwendung. Er weiß dich nicht zu schätzen! Weißt du eigentlich, wie viel Zeit du in all den Jahren verloren hast? Du hast noch SO VIEL zu tun!
Ich: Wow, jetzt wirst du hässlich. Vertraue meiner Entscheidung und dem Leben. Alles wird gut. Du wirst sehen
Ende nun, schlafen tun?
Ob es dann bei diesem Beziehungsaus bleibt? Wird sich zeigen. 😄 Schlaflosigkeit ist wirklich eine Plaudertasche, hast du das gemerkt?
Guter Schlaf ist eine ganz wichtige Ressource für ein gutes Leben. Das ist eine harte Lektion, die viele Frauen lernen, wenn sie Mutter werden. Ich funktioniere, fühle, lebe und lache besser, wenn ich schlafe. Wie ist das bei dir?
Ich fasse zusammen: Das sind die möglichen Ursachen für deine Schlaflosigkeit:
- Deine Träume denken für dich voraus und geben dir dadurch Sicherheit. Du bist schlaflos, weil du Niederlagen, Unterdrückung oder Minderwertigkeit erlebt hast und dich damit nicht auseinandersetzen willst. Deshalb hältst du dich wach.
- Du hast fast Todesangst, dass der Schlaf dir das Unbekannte zeigen könnte.
- Du bist verunsichert und kannst dich nicht fallen lassen, du willst jetzt alles, was passiert, kontrollieren. Die Schlaflosigkeit ist nur ein Versuch, die Kontrolle über das Erlebte zurückzugewinnen.
- Du hast unbewusste oder bewusste Schuldgefühle. („Ich habe keine Ruhe verdient“) Mögliche Schuldmotive wären: du hattest keinen Erfolg im Leben, du hast nicht alles für deine Kinder getan, du hast einen Freund im Stich gelassen, du musstest Mitarbeiter entlassen. ….
Die Lösung?
Dein mangelndes Vertrauen in dich selbst und in deine Mitmenschen zeugt von deinem Minderwertigkeitsgefühl. Wenn wir der Psychosomatik glauben, dann ist der Schlaf mit dem Herzen verbunden. Wenn du also den Schlaf blockierst, musst du deine Selbstliebe stärken und der Liebe vertrauen.
Das bedeutet auch, dass du Kontrolle abgeben musst, und durch das Annehmen kehrt das Gefühl der Entspannung in dein Leben zurück. All das ist leichter gesagt als getan. Ich weiß. Probiere die Reflexionsfragen aus. Wenn du nach einiger Zeit immer noch keine Lösung gefunden hast, dann suche dir professionelle Hilfe, zum Beispiel in Form einer Psychotherapie.
Wenn du unter Schlaflosigkeit leidest, stelle dir folgende Reflexionsfragen:
- Was versuche ich ganz fest in meinem Leben festzuhalten?
- Worüber hatte ich in letzter Zeit keine Kontrolle?
- Wo wurde ich unterdrückt (in der Kindheit und jetzt)?
- Habe ich Schuldgefühle? Warum könnte ich mich schuldig fühlen?
- Habe ich eine Entscheidung getroffen, mit der ich nicht zufrieden bin?
- Ist Schlaf für mich Zeitverschwendung? Mache ich manchmal (als Witz getarnte) Bemerkungen über den Schlaf vor anderen?
- Gibt es jemanden in meinem Umfeld (Arbeit, Familie, Partnerschaft, Freunde, Freizeit), von dem ich mich bedroht fühle?
- Musst ich (gerade) eine wichtige Entscheidung treffen?
- Bin ich gerade in einer Situation, in der ich meinen Platz finden muss?
Nun möchte ich gerne wissen, was du von der Serie „Was will mir…? sagen“ findest. Gibt es vielleicht einen Zustand oder ein Gefühl, das du gerne sprechen hören würdest? Lass es mich in den Kommentaren wissen. Ich freue mich über jede Rückmeldung!
Bis zum nächsten Mal!


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