Jetzt betrete ich das grenzenlose Feld des Neides. Es ist die Todsünde schlechthin, denn sie ist in wirklich jedem von uns vorhanden. Trotzdem ist sie in unserer Gesellschaft sehr verpönt. Im Zeitalter von Social Media, das vor Neid nur so strotzt, sollten wir uns fragen: Kann Neid auch etwas Positives haben?
Und jeder ist neidisch. Manche mehr, manche weniger, manche extrem. Diejenigen, die ihren Neid nicht so gut verbergen können, nennt das Internet „Hater“, aber was ist mit den Stillen? Was macht der Neid mit ihnen?
Vor fast einem Jahrhundert sagte Adler (1927), „dass bei der heutigen psychischen Konstitution des Menschen mit diesem Faktor (Neid) gerechnet werden muss“. Neid trägt also jeder Mensch in sich. Nebenbei bemerkt: Auch Schadenfreude ist eine Form von Neid.
Der Neid
Neid beschreibt das Gefühl der Unzufriedenheit oder des Begehrens, das entsteht, wenn man etwas begehrt, das jemand anderes besitzt. Neid kann sich auf materielle Güter oder auf immaterielle Güter beziehen. Neid ist also nur durch Vergleich möglich. Es ist das Gefühl des Immer-mehr-haben-wollens und des Alles-haben-Wollens.
Bösartiger und gutartiger Neid
Neid an sich wird in Wissenschaft, Religion, Ethik unterschieden. Der Psychologe Jan Crusius (Universität Köln) unterscheidet zwischen gutartigem und bösartigem Neid.
Den bösartigen Neid, hat jeder in der ein oder anderen Form verspürt oder auch rausgelassen. Das ist menschlich.
bösartiger Neid
Es beginnt oft mit dem Gedanken: „Hätte ich sein können…“. Mit dem bösartigen Neid als Akteur endet dieser Satz gehässig, abwertend, hasserfüllt und bissig gegenüber dem Beneideten. Mit dieser Bösartigkeit ist der Beneidete wahrlich nicht zu beneiden.
Es gibt Menschen, deren ganze Einstellung auf bösartigen Neid ausgerichtet ist: zum Beispiel Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Die sagen gerne: „Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen“ oder „Neid ist die höchste Form der Anerkennung“.
Also eigentlich sehr entwicklungshemmend und nicht gemeinschaftsfördernd, oder?
gutartiger Neid
Der gutartiger Neid kann uns motivieren, die Leistungen des Vergleichsobjekts zu erreichen oder sogar zu übertreffen.
Im „Hätte ich sein können…“ Szenario denkt der gutartige Neider: „Das kann ich sein/ Das schaffe ich!“ Durch den Vergleich wird eine positive Kraft freigesetzt, die eine Weiterentwicklung des Neiders bewirkt.
Auch wenn diese Motivation von außen kommt, ist sie für den Neider gut gelöst 🙂
Und hier haben wir die erste Antwort auf unsere Eingangsfrage: Neid kann als Katalysator für positive Veränderungen wirken. Indem wir unsere Situation hinterfragen und konstruktive Lösungen für uns selbst finden, können wir positive Veränderungen in unserem Leben anstoßen.
Der Unterschied zwischen Neid und Eifersucht
Neid und Eifersucht sind sich sehr ähnlich und doch sehr verschieden. Auch wenn sie gerne verwechselt oder synonym verwendet werden, gibt es doch eine Nuance, die es zu unterscheiden gilt:
Neid ist das Begehren von etwas, das man nicht hat. Der Grundton liegt hier bei Begehren und Unzufriedenheit. Emotional reagiert man hier oft mit Groll, Hass und Unzufriedenheit.
Ein Beispiel wäre: Deine Freundin hat sich eine schöne Uhr gekauft, du hättest sie gerne auch.
Eifersucht ist, wenn man Angst hat, das zu verlieren, was man schon hat. Eifersucht wird oft im Zusammenhang mit einer geliebten Person oder einem Job empfunden. Der Grundton ist hier Angst und Verlust. Hier reagiert man emotional mit Wut, Angst und Misstrauen.
Ein Beispiel wäre: Deine Kollegin hat eine Beförderung bekommen, du hast Angst deine Arbeit nicht richtig zu machen, fühlst dich ungerecht behandelt. Du hast Angst, nicht gut genug zu sein oder sogar entlassen zu werden.
(Wenn du dich auch noch misstrauisch fragst, wie deine Kollegin diese Beförderung bekommen hat, wäre das die neidische Eifersucht)
Der Neid hat andere Ursachen als die Eifersucht, über die ich in einem anderen Artikel schreibe. Die Eifersucht wird noch ihre eigene Bühne bekommen und aus dem Nähkästchen plaudern.
Du siehst also, Eifersucht und Neid sind zwei verschiedene Gefühle, die unterschiedliche Auswirkungen haben.
Glaubst du, dass es ein Zufall ist, dass das grammatikalische Geschlecht von Eifersucht weiblich und das von Neid männlich ist? Oder will die deutsche Sprache überhaupt nicht indizieren, dass Frauen eher Angst haben und Männer eher Mehr-haben-wollen?
Die Todsünde Neid
Die deutsche Sprache ist geprägt von kirchlichen Begriffen und ihren Bedeutungen. Und wir sind und denken in den Grenzen unserer Sprache. Die Suche nach den Bedeutungen von Gefühlen in den Sprachen, die wir beherrschen, ist auf jeden Fall aufschlussreich.
Ich glaube an ein kollektives Wissen, das die Sprache auch mit sich bringt. Ein Informationsfluss, der unbewusst vermittelt wird. Für manche ist es nicht greifbar, ein Hauch von einer Ahnung.
Nun zur kirchlichen Bedeutung von Neid, der Todsünde, dem Dämon des Neides: Invidia. Klingt absolut dämonisch, ist aber eigentlich nur das lateinische Wort für Neid.
Die Kirche unterscheidet zwischen Eifersucht und Neid. Sie unterscheidet auch zwischen dem Neid des Benachteiligten, dem sie noch Mitgefühl entgegenbringen kann. Aber der Neid ohne Grund, aus reiner Selbstbezogenheit, gilt der Kirche als Todsünde. Denn er trägt das Lasterhafte in sich. Dieser anlasslose Neid führt in die Abgründe des Menschlichen.
Die Theorie der Kirche begründet, dass der anlasslose Neid nicht nur eine Reaktion auf eine vermeintliche Benachteiligung ist, sondern selbst etwas Lasterhaftes in sich trägt.
Was kannst du davon mitnehmen? Mit dem Wort „Neid“ bekommst du auch das kollektive Wissen: Es ist lasterhaft, mit Schuld und Scham behaftet. Die menschliche Seite will nicht mit etwas Dämonischem in Verbindung gebracht werden. Der Drang, ein „guter Mensch“ zu sein, überwiegt, aber der Nachhall bleibt.
Spätestens seit dem Artikel: Die Macht der Gefühle wissen wir, dass es besser ist, nicht vor seinen Gefühlen wegzulaufen oder sie mit Scham oder Schuldgefühlen zu verdrängen. Verdrängung macht alles nur noch schlimmer.
Der Islam zum Neid
Auch im muslimischen Sprachgebrauch unterscheidet die Schrift zwischen Eifersucht und Neid. Haset (Neid) gilt als eine schwere Krankheit des Herzens, die alles Gute verzehrt. Sie gilt unter islamischen Theologen als die schwerste psychische Krankheit.
Im Koran gibt es viele Geschichten, die die Auswirkungen von Neid aufzeigen. Der allseits bekannte erste Mord Kains an seinem Bruder Abel zeigt, dass durch Neid unschuldiges Blut fließen kann.
Aus der Sure (Kapitel) Al-Falak (die Morgenröte) können wir entnehmen, dass vor dem Neider Zuflucht bei Gott gesucht wird. Dies zeigt, dass der Neider für den Beneideten eine potentiell große Gefahr darstellt.
Ursprung von Neid
In seinem Buch „Menschenkenntnis“ (1927) widmet Adler dem Neid ein ganzes Unterkapitel. Er beschreibt den Ursprung des Neides als eine Form des Minderwertigkeitsgefühls. Der sich minderwertig fühlende Mensch spürt die Distanz zu seinen eigenen Zielen und nimmt diese von Neid durchdrungene Haltung ein. Man kann also sagen, dass Neid ein Indikator für ein starkes Machtstreben ist.
Er geht einher mit einer geringen Selbsteinschätzung und Unzufriedenheit. Dies zeigt sich im „ständigen Messen, wie andere im Vergleich zu einem selbst dastehen, was andere erreicht haben„. Der Neider fühlt sich immer verkürzt. Das kann auch der Fall sein, wenn der Neider mehr hat als alle anderen.
Nun lasse ich den Neid zu Wort kommen, er hat sicher viel zu sagen…
Wenn Neid, Moral und ich auf der Couch sitzen ….
Ich: Na toll. Jetzt sitze ich hier und komme mir vor wie beim Jüngsten Gericht. Als hätte ich etwas verbrochen, als hätte ich einen ungebetenen Gast hereingebeten.
Neid: Ja, mit Schuld und Scham empfangen mich viele. Das bin ich gewohnt. Oft ignoriere ich sie einfach. Aber zu allen anderen Gefühlen sagst du „Hallo“…
Ich: Oh, das war unhöflich: Hallo Neid, schön, dass du da bist.
Neid schnauft verächtlich
Moral: Dass Schuld und Scham auch hier im Raum sind, ist ein Zeichen dafür, dass Mitgefühl noch in dir steckt. Das ist ein gutes Zeichen.
Schuld und Scham stehen in der Ecke und mimen ein leises Hallo in die Runde
Ich: Wirklich? Ich bin also kein schlechter Mensch, weil ich neidisch auf meine Freundin war, die das Auto von meinem Freund fahren durfte. Das Auto, das ich nie fahren darf.
Neid: Ach was? Du hast doch nichts gemacht, oder? Bist du seine Freundin oder sie? Warum fährt sie überhaupt, wenn sie doch wissen müsste, dass du das Auto nie fahren darfst?
Moral: Sollten wir nicht…
Ich: Deine Worte erschrecken mich zutiefst. Ich liebe doch meine Freundin! Dass du mich so über sie denken lässt, macht mich krank!
Moral: Das ist nicht sehr förde…
Neid: Bin ich es, der dich krank macht? Ich glaube nicht. Ich beschütze nur deine Eitelkeit, du dumme Kuh!
Moral räuspert laut: Also können wir uns beruhigen? Betrachten wir die Realität! Neid, auf die Freundin zu schießen, halte ich für kontraproduktiv. Sie ist hier nur eine austauschbare Variable und nicht der Hauptgrund für dein Erscheinen.
Neid: Jetzt erklärt mir der Honk auch noch meinen Job…
Ich: Lass ihn doch ausreden! Seine Worte helfen mir mehr als deine.
Moral: Du bist die Hauptursache. Du hast einen ungelösten Konflikt in deiner Beziehung, du fühlst, dass dein Partner sich nicht für deine Wünsche interessiert und dich nicht ernst nimmt. Dafür ist deine Freundin nicht verantwortlich. Und auch nicht dein Freund. Sondern du allein.
Ich: Wie bitte? Er demütigt mich! Er gibt mir das Auto nicht, aber wenn meine Freundin darum bittet, ist er plötzlich König Großzügig! Ich kann doch gar nichts dafür!
Neid: Yes Girl! Jetzt bin ich wieder im Spiel. Deine Couch ist super bequem, ich werde mich hier niederlassen.
Ich: Hey, nein! Ich will nicht, dass du dich hier breit machst!
Moral: Es ist deine unbefriedigte Eitelkeit, Mädchen. Siehst du das? Du schadest dir selbst, du wirst so nie glücklich. Und der Neid wird dich irgendwann dazu bringen, auch jemandem zu schaden, den du liebst.
Neid: Hey, nichts gegen meine Freunde, Hass, Rache und Gier. Sie sind das Geheimnis der Macht.
Ich: Worauf habe ich mich da eingelassen? Wie komme ich da wieder raus? *Blicke verfinstern sich* Oder besser: Wie kriege ich dich hier raus Neid?
Moral: Sieh ein, dass du Verantwortung für die Erfüllung deiner Wünsche übernehmen musst. Ja, das Verhalten deines Freundes ist taktlos. Aber hast du ihn darauf angesprochen? Weiß er, was sein Verhalten bei dir ausgelöst hat?
Ich: Nein, ich habe dieses Gespräch vermieden. Weil ich Angst vor der Konfrontation habe und mich für meine Gefühle und Gedanken schäme.
Neid: Du brauchst dich nicht zu schämen, du hättest das Vertrauen deines Freundes haben können, wenn nicht all diese Störfaktoren um euch herum gewesen wären.
Ich: Jetzt fängst du schon wieder an, ich kriege Kopfschmerzen von deiner Gehässigkeit!
Moral: Neid jetzt hör auf, wir wissen beide, dass du 2 Seiten hast. Einmal die gute Seite und deine böse Seite.
Ich: Was jetzt? Neid kann auch gut sein?
Neid: Hey ich bin immer noch hier und höre alles was du sagst! Natürlich kann ich gut sein. Wenn du dich zur Selbstempathie herablässt, dann kann ich ein guter Anreiz sein, die Distanz zu deinen Wünschen und Bedürfnissen zu verringern.
Ich: Wie denn? Ich bin wütend, weil ich mich zurückgesetzt fühle, weil ich seine Anerkennung und Liebe brauche. Ich habe auf die auslösende Situation mit Neid reagiert, weil ich glaube, dass ich es nicht wert bin, geliebt und anerkannt zu werden. Ich fühlte mich ohnmächtig gegenüber meiner Unfähigkeit in Kontakt zu treten.
Neid: Nun, jetzt hast du dir selbst Empathie gegeben, du hast den Grund für mich gefunden. Jetzt kannst du meine Energie nutzen, um dich produktiv mit deinem Freund auseinanderzusetzen.
Ich: Wirklich. Ich fühle mich erleichtert. Ich hätte von Anfang an netter zu dir sein sollen.
Moral: Bleib bei dir, das hilft dir, dich selbst zu spüren. Deine Gefühle, deine Verantwortung.
Neid: Würg Jetzt kommt das Gemeinschaftsgefühl, ich bin weg vom Fenster. Aber ich komme wieder, keine Frage.
Ich: Hat er das jetzt wirklich gesagt?
Moral zuckt mit den Schultern
Fazit
Da sind wir nun, am Ende (?) einer wenig schmeichelhaften Couch-Session. Für das Gemeinschaftsgefühl ist jede Art von Neidgefühlen abstoßend. Das ist schon krass, wenn man bedenkt, dass jeder Mensch Neidgefühle in sich trägt, manche mehr, manche weniger.
Fest steht: Neid macht nicht glücklich. Er erzeugt Leiden, bei sich selbst und im schlimmsten Fall auch bei seinen Mitmenschen.
Beim Neid gibt es Unterschiede. Beim „Neid der Besitzlosen“ kann man Empathie für sich und andere empfinden, weil der besitzlose Neider keinen Ausweg aus seiner emotional bedrückenden Situation sieht. Diese Neidregungen sind verständlich, da es an Geld, Nahrung, Kleidung, Wärme und Zukunftsperspektiven mangelt.
Dennoch bringt er einem selbst kein Glück und behindert das persönliche Wachstum und birgt die Gefahr, chronisch zu werden.
Dann gibt es den gutartigen Neid, der einen trotz fremder Motivation dazu bringt, etwas für sein persönliches Glück zu tun. Natürlich ist es besser, wenn die Motivation von innen kommt und nicht von außen.
Bösartiger Neid ist gehässig, abwertend und unweigerlich mit dem Gefühl des Hasses verbunden. Er kann sich zum Beispiel in sarkastischen Bemerkungen tarnen. Auch Schadenfreude gehört zum bösartigen Neid.
Für Adler ist ein Mensch, der sein Leben lang von Neid erfüllt ist, für das Zusammenleben unfruchtbar. Das ist auch verständlich. Denn im Wort Neid steckt das Wort Leid. Der Neider leidet und kann sein Leid nicht ertragen. Mit seiner Entscheidung, sein Leid durch den Neid nach außen zu tragen, fügt er dem Beneideten Leid zu.
So beschreibt Adler den chronischen Neider:
- Ständiger Wunsch, anderen etwas wegzunehmen, zu stören oder abzuwerten
- Für Misserfolge gibt es immer Entschuldigungen und Schuldzuweisungen
- Spielverderber
- Beziehungen zu anderen sind ihm nicht wichtig
- Scheint sich nie vorzubereiten oder sich für ein Zusammenleben tauglich zu machen
- Kein Bemühen um Einfühlungsvermögen, schlechter Menschenkenner, rüpelhaft in seinen Urteilen über andere
- Gleichgültig, wenn andere unter seinem Verhalten leiden
- Schlimmste Form: Das Leiden seiner Mitmenschen verschafft ihm eine Art Genugtuung
Eine Überlegung zur Lösung
Gibt es ein Mittel gegen Neid? Braucht es überhaupt eine Lösung?
Aus individualpsychologischer Sicht ist es unvereinbar, dass sich jemand aus der Gemeinschaft mit einer solchen Machtdemonstration heraushebt und sich gegenüber anderen ausbreitet. Diese Macht ruft eine Gegenbewegung hervor.
Wenn Neid in der Gemeinschaft auftritt, erfordert er geradezu Handlungen und Maßnahmen, um die Gleichwertigkeit der Menschen wiederherzustellen.
Neid verursacht also ein Ungleichgewicht in der Gemeinschaft, das auf Kosten der Mitmenschen ausgeglichen werden muss.
Um es gleich vorweg zu sagen: Neid lässt sich nicht aus der Welt schaffen. Wir Menschen leben mit Menschen zusammen, es wird immer Vergleiche geben. Das ist der Nährboden für Neid. Aber was kann man als Mitmensch tun?
Adler schlägt vor, den Neid „in den Dienst der Allgemeinheit“ zu stellen. Das geht, indem man Kindern schon in der Erziehung Bestätigung gibt, um ihr Selbstwertgefühl zu stärken.
Folgende Fragen kannst du dir stellen, wenn du Neid in dir spürst:
- Wie ist mein IST-Zustand? Womit bin ich gerade unzufrieden?
- Trage ich gerade einen Konflikt in mir aus?
- Habe ich ungelöste Probleme in meinem Leben?
- In welchem Lebensbereich (Liebe, Beruf, Gemeinschaft, Freizeit) fühle ich ein Defizit?
- Welche Maßnahmen könnte ich ergreifen, um meinen IST-Zustand für mich zufriedenstellender zu gestalten?
Und wie gehen wir am besten damit um, wenn ein Erwachsener eine Neidregung zeigt oder wir wissen, dass ein Mitmensch Neidgefühle in sich trägt? Am besten mit Taktgefühl. Es zeugt von Gemeinschaftsfähigkeit, wenn man den Neid seiner Mitmenschen nicht provoziert, hervorruft oder gar steigert.
Taktvoll ist also, wenn man seine momentane Überlegenheit anderen gegenüber nicht zur Schau stellt, weil man dadurch jemanden verletzen könnte.
Neid macht unglücklich, er ist eine andere Form des Leidens. Was wirklich Glück garantiert, ist die Liebe. Ich glaube, dass Einfühlungsvermögen und Empathie, zuerst für sich selbst und dann für seine Mitmenschen, den Neid auflösen könnten.
Warum eine Lösung?
Warum will ich überhaupt eine Lösung für den Neid? Kann ich den Neid nicht einfach Neid sein lassen und ihm seinen Lauf lassen? Mein Hauptgrund ist, dass Neid bei einem selbst viel Scham hervorrufen kann. Als Mitmensch hat man Angst, wenn man diese Neigungen in sich spürt. Er kann zum Leidensdruck werden.
Beim anlasslosen Neid ist der Neid nur eine Begleiterscheinung eines tiefer liegenden Problems. Dieses kann in einem professionellen Rahmen – zum Beispiel in einer Psychotherapie – analysiert werden.
Was denkst du? Wie reagierst du auf Neid? Schreibe es gerne anonym in die Kommentare, vielleicht kannst du andere Leser inspirieren und ihnen helfen. Deine Gedanken finde ich wichtig.
Also, bis zum nächsten Mal!


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